Einstecktücher, die Klassiker in der Herrenmode

Januar 12, 2012 - 12:01 pm Kommentare deaktiviert

Das Einstecktuch gehört zu den Klassikern der Herrenmode. Es wird inzwischen seit fast 200 Jahren mit Falttechniken unterschiedlichster Art in die äußere Brusttasche eines Sakkos gesteckt, so dass es daraus modisch hervorblitzt.

Historie des modischen Accessoires

In der Herrenmode kamen Stecktücher in der Biedermeierzeit um die 1830er Jahre auf. Vorerst dienten sie jedoch nicht zur modischen Aufwertung festlicher Anzüge, sondern wurden im Rahmen des Reitsports in auffälligen Farben getragen. Erst dreißig Jahre später, als das Sakko als Geschäfts- und Tagesanzug seinen Einzug in die Männermode fand, wurden Stecktücher außerhalb der Reiterbekleidung bekannt. Sie werteten das Sakko optisch auf. Mit der Zeit kam es auch in Mode die Brusttaschen eines Paletots und eines Gehrockes mit einem Einstecktuch zu versehen. Der festliche Frack behielt hingegen bis in die 1930er Jahre an seinem Revers eine weiße Nelkenblüte. Zur selben Zeit bot der Einzelhandel erstmals ein im Muster angeglichenes Set aus Stecktuch und Krawatte an. Mit der Zeit nahm der Trend jedoch wieder ab und so wurden Ende der 1950er Jahre Einstecktücher als unmodisch erklärt, was sie aus dem öffentlichen Leben nahezu verschwinden ließ. Doch seit einiger Zeit feiern Einstecktücher wieder ein modisches Comeback und zählen zu den Stilmitteln eines gut und elegant gekleideten Mannes. Da ist es nicht verwunderlich, dass es auch als Kavalierstuch betitelt wird.

Ein flexibles Stilmittel

Als ein Accessoire mit einer rein modischen Funktion wird das Stecktuch nicht nur bei einem besonderen Anlass in die Brusttasche eingesteckt. Es verleiht der Anzugskombination oder dem Sakko einen Hauch von Eleganz und einen zarten Farbakzent. Ferner strahlen Einstecktücher Individualität aus und werden in unterschiedlichen Ausführungen angeboten. Die klassische Form nimmt dabei das weiße Leinentaschentuch ein, welches häufig zu einem weißen Herrenhemd getragen wird. Herren, die eine vornehmere Variante bevorzugen, wählen ein Seidentuch, welches in der Farbe an die weitere Kleidung angeglichen worden ist. Hierbei sollte das Einstecktuch der Hauptfarbe der Krawatten bzw. des Herrenhemdes einnehmen. Des Weiteren bietet der Handel wieder Sets aus Einstecktuch und Krawatte an, die in ihrem Muster geschmackvoll miteinander abgestimmt sind. Für die Herren, die sich nicht mit einer der Falttechniken abmühen möchten, existieren zudem bereits gefaltete Tücher, die auf Pappe vernäht worden sind. Somit müssen sie nur noch eingesteckt werden und präsentieren sich dennoch perfekt gefaltet.

Falttechniken für das Einstecktuch

Zum Falten eines Stecktuches existieren diverse Methoden. Die angemessene Technik ist abhängig von dem Material des Einstecktuches, dem beigewohnten Anlass und der Art des Anzuges. Im Allgemeinen werden Leinentücher zusammengefaltet. Sie passen in der Breite mit den Maßen der Brusttasche überein, ragen jedoch mit ihrem Rand bis zu 3 cm aus der Tasche heraus. Wer seinem Aussehen einen lässigen Touch geben möchte, kann ein Seidentuch lose und an den Zipfeln zuerst in die Brusttasche hineinstecken. Anschließend wird es mit einem zarten Zupfen leicht nach oben hervorgezogen. Diese einfache Technik wird als Bauschfaltung bezeichnet.

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